Die 10 wichtigsten Regeln für dein Selfbranding als Fotograf

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Das Definieren einer eigenen Personal Brand kann auf viele Menschen erst einmal abschreckend wirken. Gerade bei uns in Deutschland ist Selbstvermarktung ein oft negativ wahrgenommenes Thema. Dabei ist gegen gute Selbstvermarktung rein gar nichts einzuwenden. Im Gegenteil, oft kann eine starke Personal Brand Euch dabei helfen Eure Leidenschaft zu einem soliden und nachhaltigen Geschäftsmodell werden zu lassen.

Gerade der kulturelle Wandel, die Digitalisierung und die Entwicklung des Arbeitsmarktes machen eine Personal Brand heute nützlicher als jemals zuvor. Gerade wir Freiberufler profitieren von einer starken eigenen Marke im steigenden Wettbewerb und können langfristig von ihr zehren. Jedoch ist eine Personal Brand nicht im Handumdrehen aufgebaut. Darum möchte ich allen von Euch dadraußen, die sich mit dem Thema beschäftigen wollen und ihre eigene Personal Brand stärken möchten, heute 10 wichtige Regeln an die Hand geben, die Euch den Weg zum Selfbranding als Fotograf vereinfachen sollen.

Sei authentisch und Du selbst

Menschen haben witzigerweise immer ein Gespür dafür, ob andere Menschen sich authentisch verhalten oder nicht. Ob sie sie selbst sind, oder nicht. Einer der Gründe, warum Selbstvermarktung so verschrien ist, ist der Fakt, dass wir ständig über Menschen stolpern, die uns nicht authentisch vorkommen. Das gilt auch für uns Fotografen. Wenn Du der Sicherheitstyp bist, der gerne von jedem Job was zurücklegt und ein Umsatzsteuerkonto führt, wird Dir keiner im Social-Web glauben, dass Du der nächste Paul Ripke bist, der stets ins sein Business investiert. Jeder Mensch ist unterschiedlich und somit resultieren auch unterschiedliche Personal Brands aus Deiner Persönlichkeit und Deiner Arbeit. Außerdem ist es zum Beispiel fast unmöglich und wenig nachhaltig, wenn Du dich als der Hochzeitsfotograf positionieren willst, obwohl Du selbst von der Ehe oder Hochzeiten rein gar nichts hältst. Ich denke Ihr versteht, was ich meine.

Außerdem solltest Du nicht vergessen, dass Selfbranding eine Daueraufgabe neben Deinem Alltagsgeschäft ist. Sich für alle Kommunikationskanäle immer wieder neue Geschichten ausdenken zu müssen, wird auf Dauer sehr anstrengend und irgendwann dazu führen, dass Deine Markenbildung verwässert oder Du sie aufgibst.

Wähle einen Fokus auf den Du dich konzentrierst

Wenn Du selbst mal an Marken denkst, wirst Du feststellen, dass sie sehr spezifisch und fokussiert sind. Etwas, was gerade uns Freelancern sehr schwer fällt, da wir oft auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Aber je klarer und konzentrierter Deine Personalbrand ist, desto schneller wirst Du Erfolg haben. Das fängt schon bei Fotografen Portfolios an. Es gibt zum Beispiel einen guten Grund, warum Du auf der Website von einem Werbefotografen keine Hochzeitsreportagen findest. Oder warum wir einen Peter Lindbergh mit genau dem assozieren, was er auch am Ende fotografiert.

Solltest Du zum Beispiel Deine Passion in der „Branded Documentary“ Fotografie gefunden haben, macht es nicht nur Sinn das eigene Portfolio daraufhin auszulegen, sondern auch die Kommunikation und Dein Wissen für diesen Job darzustellen. Dank eigener Blogs, Social-Media, Newsletter und Co. gibt es heute genug Möglichkeiten, seine Geschichten authentisch und passend zum eigenen Berufsfeld aufzuarbeiten und den Menschen auf verschiedenen Medien zu präsentieren. Konzentriere Dich auf das, was Du machen willst und platziere Dich genau dort beim Selfbranding.

Es wird Dir leicht fallen, weil es sowieso Deine Passion ist und Du dich aufgrund Deines Tätigkeitsfeldes auch bestenfalls sowieso als Fachmann oder Fachfrau für selbiges präsentieren kannst. Gerade Menschen im selben Tätigkeitsfeld werden schnell merken, ob Du Profi oder Laberschwad bist. Überzeugte Kollegen und Fachleute werden Dir schnell helfen Deine Personal Brand zu formen, wenn auch sie Dich als Fachmann wahrnehmen!

Erzähle Geschichten

Egal, wie schnelllebig das Internet inzwischen ist und wie klein die Aufmerksamkeitsspanne von uns auch wird, Menschen interessieren sich für andere Menschen und für Geschichten. Das wird immer so bleiben. Als Kreativer oder Fotograf hast Du den Vorteil, dass Du für die meisten ein Querdenker und somit automatisch interessant bist. Außerdem hängst Du immer mit interessanten Leuten ab. Also nutze das, was Deine Arbeit ausmacht und erzähle Geschichten, die im Zusammenhang mit Deiner Arbeit entstanden sind. Ich meine hier nicht, dass Du dir Dinge ausdenken sollst, viel mehr solltest Du dich für die kleinen Nebengeschichten sensibilisieren. Je ehrlicher sie sind, desto mehr werden Menschen sich dafür interessieren. Und aus Erfahrung weiß ich auf einer Hochzeit, einem Job, einem Shooting oder einer Tour gibt’s so einige Geschichten, die man mit seinen Bildern erzählen kann. Dank des Internets kannst Du das Medium sogar selbst wählen. Ob Text, Ton oder Bild. Es bleibt Dir und Deinen Vorlieben überlassen, wie Du dein Selfbranding und Storytelling aufbaust. Videos sind natürlich ein hervorragender Weg, der zwischen Dir, Deinen Kunden oder Deinen Zuschauern eine sehr persönliche Verbindung schafft. YouTuber haben es in den letzten Jahren vorgemacht und gelten heute oft als sehr starke, autentische und einflussreiche Marken.

Sei konsequent!

Ähnlich wichtig wie der Fokus ist auch die Konsequenz! Deine persönliche Marke oder auch Deine persönliche Wahrnehmung sollte über alle Medien hinweg konsequent sein. Ein Beispiel: Wenn Du dich im Social Web als offenen und modernen Dienstleister präsentierst, der das Herz auf der Zunge trägt und lieber seine Arbeit für sich sprechen lässt, wäre es inkonsequent wenn Du beim nächsten Kundenmeeting im Anzug erscheinst und einen Stock im Arsch hast. Menschen nehmen so etwas sehr genau wahr und stempeln Dich entweder als nicht authentisch ab oder Du verfehlst mit Deiner Kommunikation die Ausrichtung Deiner Personal Brand. Dann verwässert sie mehr, als dass Du sie ausbildest. Auch hier ist es wichtig, auf sich selbst zu hören. Nicht jeder fühlt sich im Anzug wohl, nicht jeder wirkt authentisch und modern, nur weil er keinen Anzug mehr trägt. Ähnliches gilt auch für Deine Sprache: Warum im Social-Web zum Beispiel Duzen, wenn Du am Telefon und im Newsletter auf einmal wieder Siezt. Hier warten viele Stolpersteine, aber wenn Du dich ein wenig mit Dir selbst und Deiner Zielgruppe auseinandersetzt, wirst Du relativ schnell einen Weg finden in dem Du dich wiederfindest und vor allem wohlfühlst.

Sei positiv und denke an die Langzeitwirkung!

Großer Unterschied zwischen der Personal Brand und einer einfachen Unternehmensmarke ist der, dass wir die Marke sind. Wir als Mensch mit unseren Dienstleistungen. Wenn Du mit Deinem Selfbranding erfolgreich bist, wird am Ende niemand mehr zwischen Deiner Arbeit und Dir unterscheiden. Der Unternehmerslogen „Dafür stehe ich mit meinem Namen“ kommt schließlich nicht von üngefähr. Über diesen kleinen Fakt solltest Du dir bewusst sein, denn alles was Du tust, wird in diesem Augenblick mit Dir assoziiert. Der Ausraster am Telefon genauso, wie die nicht vorhandene Problemlösung bei einem anstrengenden Kunden. Auch diese kleinen menschlichen Feinheiten werden sich die Menschen um Deine Marke merken. Was nicht heißen soll, dass Du alles mit Dir machen lassen musst, aber hin und wieder kann es von Nöten sein, dass Du ein oder zweimal nachdenkst, bevor Du handelst. Der Gründer eines kleinen Musiklabels sagte vor Kurzem zu mir: „Auch wenn wir oft unangenehme Entscheidungen fällen, versuchen wir keine verbrannte Erde zu hinterlassen. Nicht in den Labels, nicht bei den Künstlerbetreuern, nicht bei den Türstehern oder den Veranstaltern. Man weiß nie, wann man sich zum zweiten Mal im Leben begegnet.“ Eine sehr nachhaltige Werteansicht, die ich nur unterstreichen kann. Auch aus eigener Erfahrung kann ich Euch sagen, ein Kunde, dem Du freundlich absagst, wird sich auch in Zukunft wieder melden, wenn er wirklich mit Dir arbeiten will. Weil er eine positive Assoziation mit Dir und somit auch mit Deiner Marke aus der Vergangenheit hat. Schließlich ist die Vergangenheit auch im Personal Branding der Grundstein Deiner Zukunft. Hilfsbreitschaft, Professionalität und Lösungsorientiertheit sind Eigenschaften, die positiv sind und die Deinem Selfbranding einen großen Dienst erweisen.

Folge einem erfolgreichen Beispiel!

Lass Dich inspirieren. Das gilt für uns Fotografen vielleicht sogar mehr als für andere Berufsfelder. Auf dem Weg zur eigenen Marke hilft auch immer ein Blick auf andere. Was machen die Fotografen besser, die vielleicht den Job bekommen haben, den Du gerade nicht bekommen hast. Warum empfindest Du manche Kollegen als kreativ und sympathisch und andere wiederum nicht. Warum ist der, der in Deinen Augen die schlechteren Fotos macht, der erfolgreichere. Oft hilft es, sich selbst zu hinterfragen, wenn man auf die Arbeit von anderen blickt. Je mehr Du dich damit beschäftigst, desto schneller wirst Du herausfinden, warum gewisse Sachen und Eigenschaften von Dir positiv und andere negativ aufgenommen werden. Mit diesen Antworten bist Du deiner Personal Brand einen ganzen Schritt näher. Denn was Dir gefällt und was Dich bewegt, wird auch andere Menschen bewegen. Wenn Du verstehst wie du funktionierst, verstehst Du wie andere Menschen funktionieren.

Mache Deine Personal Brand erlebbar!

Die eigene Personal Brand ist nicht nur eine Limo. Weil Du nicht nur eine Limo bist. So ist vielschichtig und eng eng mit Deinem Lebensstil verknüpft. So wie Deine Arbeitswelt Deine Lebenswelt und Deine Lebenswelt Deine Arbeitswelt beeinflusst. Am Ende ist beides eins. Das macht auch für viele das Selfbranding so herausfordernd, weil man sich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr hinter irgendetwas verstecken kann.

Wer das akzeptiert, kann sein Selfbranding weiter ausbauen. Wir Fotografen haben den großen Vorteil, dass unsere Arbeit zu 90% mit anderen Menschen zu tun hat. Wir können unsere eigene Marke also auch wirklich erlebbar gestalten. Zum Beispiel mit regelmäßigen Ausstellungen oder anderen Veranstaltungen, wo wir Menschen und unsere Fotografie zusammenbringen. Dann wird aus dem Fotografen, den man aus dem Internet kennt, nämlich ganz schnell eine reale Person und eine erlebbare Marke. Denkt nur mal an Paul Ripke zurück, der mit Beginn seiner Jahresbücher auch immer durch die Nation fuhr und sie auf kleinen Events in jeder größeren Stadt vorstellte.

Und mal ganz ehrlich: Träumen nicht alle Fotografen von eigenen Büchern und Ausstellungen? Also warum warten, wenn man sie auch einfach selbst organisieren kann. Eure Personal Brand wird es Euch danken. Einen guten Abend mit Gleichgesinnten gibt’s praktischerweise on-top. Kann ich nur empfehlen!

Lass Leute Deine Geschichten erzählen!

Wie im klassischen Marketing gilt auch beim Selfbranding: Die stärkste Werbung ist die Mundpropaganda. Hier werden Menschen, die Du von Dir und Deiner Arbeit überzeugt hast, zu Markenbotschaftern. Es ist dasselbe Phänomen, warum heute fremde Menschen Dir auf Instagram folgen oder Deine Bilder mit ihren Freunden teilen. Weil es ihnen gefällt und sie ihre Faszination teilen wollen. Je stärker Dein Selfbranding ist, desto besser können Sie Dich weiterempfehlen und desto besser können sie anderen Menschen erklären, wer Du eigentlich bist.

Personal Branding ist die Geschichte, die die Leute über dich erzählen, wenn du nicht im Raum bist.

Jessie Maltin

Selfbranding ist eine Langzeit-Investition

Werfen wir einen kleinen, optimistischen Blick in die Zukunft. Wenn das mit Deiner Personal Brand funktioniert und Du dir Deine Community aufgebaut hast, wovon ich stark ausgehe, wirst Du merken, dass anders als eine Unternehmensmarke, Dein Selfbranding nie aufhören wird und Dich über Dein gesamtes Leben begleiten wird. Selfbranding ist ein lebenslanges Projekt, welches sich ständig verändert und weiterentwickelt. So wie Du, egal, mit was Du gerade Dein Geld verdienst. Auch wenn diese 10 Grundsteine eine gute Orientierung auf dem Weg zur Personal Brand bilden, gibt es keine festen Regeln für die Erschaffung einer Personal Brand. Viel mehr soll dieser Blogpost Dir dabei helfen, Dir die Angst zu nehmen und Dich zu motivieren, doch auch die ersten Schritte in Richtung Selfbranding zu machen.

Die Erschaffung einer Personal Brand wird Dir nicht nur helfen, mit Deiner Fotografie bekannter zu werden, sondern könnte auch in Zukunft den Unterschied zwischen einem „Wer bist Du?“ und einem „Schön, dass Du da bist“ sein.

Und das wichtigste: Mach Fehler!

Wie gewöhnlich, kommt das wichtigste zum Schluss. Trau Dich! Steh‘ Dir nicht selbst im Weg und hab‘ keine Angst vor Fehlern. Menschen verzeihen Fehler, solange Du ehrlich und motiviert bist. Gerade bei so komplexen Themen, die viel mit der menschlichen Psychologie zu tun haben, geht probieren über studieren. Nur so wirst Du herausfinden, wer Du bist, wer Du sein willst und wo Du hin willst. Jeder Fehler macht Dich schließlich auch ein bisschen schlauer, reifer und besser. Denk immer daran. Auch Steve Jobs ist nicht im Rollkragen-Pullover auf die Welt gekommen!

Selfbranding für Fotografen. 10 wichtige Tipps für Dein Selfbranding
Photokina Professionals Stage Foto © Sebastian Brandt

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Hej, ich bin Ben und ich arbeite als Fotograf, Markenberater und Veranstalter mit eigenem Studio in Köln. 2013 hatte ich einen der größten deutschen Fotoblogs. Inzwischen schreibe ich hier nur noch über die Themen, die meinen beruflichen Alltag beeinträchtigen oder bereichern.
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