Ein Rückblick auf unseren Roadtrip #beingontheroad

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Tatsächlich weiß ich gar nicht, wo ich eigentlich anfangen soll. Vielleicht am Anfang? Eine gute Idee. Gegen Ende meiner Ausbildung verstärkte sich mein Drang nach Freiheit. Noch einmal ohne Sorgen weg. Ohne genaues Ziel, einfach drauf los, bevor der Alltag dich irgendwann so fest im Griff hat, dass Du eh nicht mehr losziehst um dich drei Wochen auszuklinken.

In den letzten Jahren sammelten sich zunehmend auch die Eindrücke durch Menschen wie Theo Gosselin, Emmanuel Rosario oder Lennart Ritscher. Ich wollte wissen, ob das alles wirklich so geil ist, wie es nachher auf Bildern aussieht.

Und weil mir relativ schnell klar war, dass ich sowas niemals alleine machen würde, gab es in meinem engeren Bekanntenkreis genau einen einzigen Menschen, mit dem ich mir vorstellen konnte ungefähr 3 Wochen aufeinander zu hocken. Schlussendlich saß ich irgendwann also mit Jannis am Laptop und wir gingen die Planung unserer Reise an. Mehr oder weniger.

Ich bin großer Fan der Europäischen Union und kann einfach auch in der aktuellen politischen Situation keine Chance auslassen, genau das zu betonen. Wir wurden uns relativ schnell einig, dass wir dieses Privileg auch nutzen wollten und entschieden uns aufgrund des Klimas für einen Trip durch die süd-westlichen Teile Europas. Sonne, Meer und milde Nächte klangen gut. Auf Google Maps setzten wir uns einige Ziele. Lugano, Mailand, Genua, Monaco, Cannes, Nizza, Marseille, Barcelona, Bilbao, Bordeaux, Le Havre, Paris. Unsere Tagesetappen versuchten wir immer bei maximal 600km zu halten. In der Regel sollten es nicht mehr also 300km pro Tag sein. Wir wollten uns schließlich auch genug Zeit für spontane Entscheidungen lassen. Hinzu kommt auch die Maut in fast allen anderen Ländern, die dich auf die langsameren, aber deutlich schöneren Landstraßen zwingt und die schnell berechneten Navi-Strecken gerne mal verdoppelt oder dreifacht.

Genau so planten wir unsere Route. Wir buchten keine Hotels, wir lasen keine Reiseführer und wir schauten uns auch keine Campingplätze an. Die größte Arbeit bestand darin, unser Equipment vorzubereiten. Zu entscheiden, was wir eigentlich alles brauchten und was nicht. Schlussendlich hatten wir natürlich viel zu viel unnötigen Kram mit. Von den Medikamenten brauchten wir rein gar nichts. Die Kühlbox für’s Auto war im Endeffekt auch unnötig und auch ein paar andere Dinge hätten einfach daheim bleiben können. Zum Laden unserer Handys verließen wir uns auf Anker-Akkus und für die Kameras schnorrten wir Strom in Gastronomien oder McDonalds.

Ausgestattet mit zwei Navis hatten wir noch die nötigen Länderinformationen und Maps unserer Destinationen beim ADAC bestellt um uns montags um 5 Uhr morgens durch die nebligen Landstraßen meiner Heimat auf den Weg zu machen. Schon am Bodensee sprangen wir das erste Mal ungeplant ins Wasser und liefen durch Bregenz. Der weitere Verlauf der Reise war ähnlich. Wir hielten an, wo es uns gefiel, suchten meist erst abends im Zielort eine gute Unterkunft oder beendeten unsere Tagesreisen nur kurz vor dem geplanten Ziel. Mit dem Ergebnis, dass wir entweder die geilsten Nächte unseres Lebens hatten und unter klarem Sternenhimmel direkt am Meer schliefen, oder eben auf einem billigen Parkplatz eines Vorortes oder auch mal auf der nächsten Autobahnraststätte. Nicht immer lustig bei gefühlten 30 Grad im Auto. Auch nach 500 km im Auto und nachts um 3 Uhr kann sich das mit der Suche nach einem geeigneten Parkplatz zum Pennen als nervige Tortur herausstellen.

Alle paar Tage kam es trotzdem vor, dass man am Strand jemanden kennenlernte. Bei Roadtrippern endet das meist erst einmal in einer ausführlichen Vorstellung des eigenen Gefährts. Wir nutzten diese kleinen Abende um uns ein paar Reisetipps einzuholen und sollten so auch unseren Roadtrip deutlich aufpimpen. Fast die gesamte zweite Hälfte unseres Trips bestand nur noch aus Empfehlungen von diesen flüchtigen Bekanntschaften. Was in Beauduc seinen Anfang nahm führte uns über San Sebastian nach Carnac, die Normandie und Etretat.

Unser treuer Begleiter war übrigens ein Ford Mondeo, den Jannis seit einiger Zeit besitzt und den er mehr als luxuriös in einen halben Schlafwagen verwandelte. Das gute Stück brachte uns absolut zuverlässig überall hin, schluckte zwischen 5,3 und 6 Litern und freut sich jetzt über 5400km mehr auf seinem Tacho. Knapp 500 Euro gaben wir insgesamt in den 19 Tagen für Diesel aus.

Die beste Zeit begann für mich übrigens nach 3-4 Tagen. Nachdem man sich an das im Auto sitzen gewöhnt hatte, einen guten Ablauf von Frühstück im Supermarkt zusammenstellen, Reisen und Abendessen gefunden hatte und besonders durch die vielen Kilometer am Mittelmeer eigentlich andauernd ins warme Wasser springen konnte. Weniger cool als die Abende am Strand, die Nächte im Sand und die endlosen Kilometer an den Promenaden waren dagegen die City-Stopps. Meist mit hohen Parkgebühren verbunden ist das in der ewigen Hitze zwischen all dem Beton und ohne regelmäßige Dusche nur bedingt inspirierend.

Und wenn ich jetzt so zurückdenke, kann ich es eigentlich gar nicht richtig fassen, was für ein Glück wir die ganze Zeit hatten. 19 Tage durchgängigen Sonnenschein. Jeden Tag etwas Neues gesehen und dabei – abgesehen von der Schweiz – absolut alles in der eigenen Währung bezahlt. Neben wunderschönen Landschaften auch noch total freundliche und offenherzige Menschen kennengelernt, die wir wohl nie wieder sehen werden, dafür aber wenigstens für einen kurzen Zeitraum die Leben gekreuzt. Lediglich ein einziges Mal wurden wir morgens geweckt und von unserem Schlafplatz verscheucht.

Jetzt, auch ein paar Jahre später, kann ich Euch sagen: Ja, es ist so geil, wie es auf den Roadtrip Bildern immer aussieht!

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Hej, ich bin Ben und ich arbeite als Fotograf, Markenberater und Veranstalter mit eigenem Studio in Köln. 2013 hatte ich einen der größten deutschen Fotoblogs. Inzwischen schreibe ich hier nur noch über die Themen, die meinen beruflichen Alltag beeinträchtigen oder bereichern.
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