beingontheroad – Tag 9 – Salin de Giroud (Plage d’Arles)

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Tatsächlich frühstückten wir mit Öffnen des Supermarktes ein Selfmade-Baguette und fuhren durch kleine französische Hinterland Orte in Richtung Camargue. Dadurch ergaben sich ganz neue Ausblicke auf Meer, Landschaften und Küste. Da wir bis dato lediglich Küstenstraßen gefahren waren. In der Region der Camargue angelangt, präsentierte sich diese als französisches Holland. Flach, trocken und trostlos. Es gab viele ausgetrocknete Gewässer und einige Industrieanlagen.

Wegen des leichten Frusts entschieden wir uns für einen Zwischenstopp bei MC, um bei 35° ein paar Cokes zu genießen. Da wir als Orientierung in der Camargue unser Kartenmaterial verwendeten, wählten wir Salin de Giroud als nächstes Ziel. Diesen Ort wollten wir trotz der ersten Ernüchterung auf jeden Fall erreichen. Schließlich hatte Hartmut uns mit seiner Flamingo-Ankündigung schon neugierig auf die Camargue gemacht. Auch Milena schwärmte von der Landschaft in der Camargue

Durch Zufall gelangten wir an eine Autofähre, die nur 5 € kostete. Da wir sonst wahrscheinlich zu geizig gewesen wären selbige zu nutzen, bei dem was uns die Camargue bisher präsentierte.

Zum Glück machten wir die Erfahrung mit der kleinen Autofähre und waren wenig später schon in Salin de Giroud angelangt. Dort folgten wir erst einmal dem Camping- und Sanitärschild. Duschen war eine tolle Idee. 

Wir kamen an eine kleine Sanitäranlage für Camper. Duschen und WC für 80 Cent, geil! Vor dem Duschen erkundigten wir uns allerdings nach dem Strand, da uns diese Reihenfolge deutlich sinniger vorkam. 

Auch dieses Mal kam uns der von den Einheimischen empfohlene Strand „spanisch“ vor und wir suchten auf eigene Faust weiter. Auf der Landstraße fragte Jannis diesen wandernden vollbärtigen Mann nach dem Weg zum Strand und wir bekamen den Tipp: Plage de Piemanson. Ein Strandabschnitt, an dem das Campen ohne Genehmigung oder Kosten geduldet ist. 

Als Dankeschön nahmen wir den Vollbärtigen die letzten Kilometer bis zum Strand mit und erfuhren so, dass er Schweizer ist. Ich verbrachte die Zeit im Kofferraum. Dadurch hatten wir die Möglichkeit wieder einmal eine nette Seele kennenzulernen und bekamen neben weiteren Tipps auch einige Flamingos zu Gesicht. 

Was wir dann erblickten, war fast schon eine Offenbarung. Hinter Salzwassertümpeln bekamen wir den Einblick auf einen 2-3 km langen Strandabschnitt, voll mit Wohnwagen, Zelten, Autos, Campern und ganz eigenen Gebilden. Ein riesiger Campingplatz in der ersten Reihe direkt am Meer. 

Wohl gemerkt, wie schon der Vollbärtige angekündigt hatte, ohne jegliche Sanitäranlagen. Nachdem wir unseren ersten Sandstrand des Trips zu sehen bekamen, mogelten wir uns in die dritte Reihe vor dem Meer und sprangen in die Fluten. 

Nach einem kurzen Mittagsschlaf im Sand zogen wir den Strand entlang. Piratenflaggen, Wohnwagen mit Holzvorbauten, Angler, Outback-Wohnmobile und kiffende Menschen. Wir mal wieder mittendrin.

Der Eindruck glich einer Mischung aus Hartz IV- Siedlung und Hippie-Kommune. Nachdem wir wenigstens die kleine Imbiss-Bude Chez Cathy gefunden hatten und eine kleine Mahlzeit eingenommen hatten, mit dem Wissen, dass rein gut geht, raus aber hinter den Dünen stattfinden muss, tranken wir noch ein paar Kronenburg. 

Gut gelaunt zogen wir danach durch die Wohnwagenschluchten und hielten Impressionen fest. Dabei stießen wir auch auf einen folierten Feuerwehrwagen aus Berlin, der Pascal und Sarah gehörte, die mit ihren Kids Nele und Noah unterwegs waren. Wir kamen ins Gespräch und wurden auf einen Drink eingeladen. Zusammen quatschten wir über Gott und die Welt, tranken Bier und Wein, aßen Chips und Nüsse und lutschten Ananas-Bonbons. 

Unser Gelage endete irgendwann um 2 Uhr, als Pascal und Sarah sich in ihren umgebauten Feuerwehrwagen zurückzogen und wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz am Strand machten. 

Schlussendlich legten wir uns mit unseren Isomatten und Schlafsäcken in den Windschatten eines Fischerbootes am Strand und genossen die Nacht unter sternenklaren Himmel.

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