Wie aus meinem Bikini-Streifen Projekt einfach nichts wurde.

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Beim Aufräumen meiner Daten für den großen Serverumzug bin ich auch über eins meiner alten und offiziell als gescheitert geltenden Projekte gestolpert. „Tanning Lines“ bzw. „Bikini Streifen“ war der Arbeitstitel des Projekts. Kurz nach meiner Nudelines Ausstellung in 2015, hatte ich direkt wieder Lust auf ein neues „konzeptionelleres“ Projekt. Die Idee war relativ simpel, ich wollte ein Bodyscapes Projekt. In schwarz-weiß, mit einem identischen Licht Setup und einer gewissen Vergleichbarkeit.

Die als Ausstellungs-Konzept entworfene Serie sollte verschiedene Menschen mit verschiedenen Bikini-Streifen featuren. Die Persönlichkeit selbst stand dabei eher im Hintergrund. Nach langem Suchen hatte ich mit Sarah das erste Mal die Chance das Projekt voranzutreiben, über genau diese Bilder bin ich nun gestolpert.

Damals dachte ich noch, wenn man erst einmal ein paar Fotos hat, wird es auch einfacher entsprechende Modelle für das Projekt zu finden. Nach dem Shooting mit Sarah fertigte ich also eine kleine Konzeptmappe an, die ich per PDF verschicken konnte. Bei Agenturen fand das Konzept natürlich keinen fruchtbaren Boden und ziemlich schnell musste ich feststellen, dass auch die Modelsuche sich als schwierig herausstellte.

Entweder hatten die meisten Modelle keine Bikinistreifen, weil sie sich ohne Bikini sonnen und penibel darauf achten, dass es für Shootings eben keine Bikini Streifen gibt, die gegebenenfalls sogar von Make-Up Artists überschminkt werden müssen – oder das Projekt war ihnen eben zu freizügig.

Damals hatten mir befreundete Fotografen geraten, doch einfach Bräunungsspray zu nehmen und Bikini-Streifen nachzubilden. Kam für mich aber weder damals, noch heute in Frage.

Nun, 3 Jahre später, würde ich das Projekt einfach anders angehen und die entsprechenden Modelle einfach buchen. Damals habe ich keine Modelle für freie Arbeiten gebucht, sondern immer versucht jemanden zu finden, der die Projektidee ähnlich gut fand, wie ich. Was Projekte wie Nudelines oder auch mein inzwischen zweites Buch „Tage Danach“ zu ziemlich lang in der Schublade vegetierenden Projekten machte. Nichtsdestotrotz fanden sie irgendwann ihre Umsetzung. „Tanning Lines“ allerdings bis heute nicht. Womit ich mich in den letzten Jahren aber auch ganz gut arrangiert habe. Schließlich gibt es keinen Zwang, dass jede kleine Idee auch in die Tat umgesetzt wird.

Auch wenn ich die Projektidee heute gar nicht mehr so gut finde, wie ich sie vielleicht damals erachtet habe, hat das Shooting mit Sarah hat sich trotzdem gelohnt. Zwei der Motive gefallen mir noch heute, womit ich der Strecke eine gewisse Zeitlosigkeit zusprechen würde, eins schaffte es sogar in unsere Loft am Hafen Gruppenausstellung. Womit das Shooting in Summe sogar mehr Verwendung fand als die ein oder andere Fotoserie die ich in den letzten Jahren schoss.

In gewisser Weise ist es sogar eine Befreiung, wenn man den Mut aufgebracht hat ein Projekt guten Gewissens zu beerdigen.

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Hej, ich bin Ben und ich arbeite als Fotograf, Markenberater und Veranstalter mit eigenem Studio in Köln. 2013 hatte ich einen der größten deutschen Fotoblogs. Inzwischen schreibe ich hier nur noch über die Themen, die meinen beruflichen Alltag beeinträchtigen oder bereichern.
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