Shooting mit Tina auf 6×6 Rollfilm in Köln

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Es ist einer dieser sonnigen Herbsttage in Köln und ich laufe mit Tina in Richtung Parkhaus. Ja, wie so oft. Dieses Mal aber wirklich gezielt und nicht in Ermangelung einer besseren Location. Hier habe ich Mara fotografiert, hier weiß ich, dass es auch in den unteren Etagen hell genug ist, weil fast im gesamten Parkhaus Milchglas verbaut ist. Außerdem gibt es selbst auf dem Dach genug Schatten um ein paar Bilder zu machen. Warum ich dieses Mal so sehr auf Schatten fixiert bin? Ganz einfach.

In meiner Compagnon sind zwei Kameras. Eine Fuji X100T und eine Rolleiflex 3.5, denn ich wage mich an die Materie Film. Als Kind der Digitalisierung ein eher ungewohntes Unterfangen. Vor allem, weil ich Digitalfotos liebe. Aber es kam das eine zum anderen. Vielleicht hatte auch der Talk mit Olaf Heine seinen Einfluss, weil er in mir das Interesse am Schwarz-Weiß erweckte.

Die Rolleiflex 3.5 habe ich jedenfalls schon ziemlich lange im Schrank. Zusammen mit ein paar Kleinbildkameras gehörte sie meinem Opa. Der hat früher nämlich viel fotografiert, vor allem die Urlaube seiner Familie hat er dokumentiert. Im Keller gibt es noch immer die Überreste seiner Dunkelkammer. Mit ihm habe ich nie über Fotografie gesprochen, viel zu spät habe ich begonnen mich ihr zu widmen. Nunja, jedenfalls habe ich sie lange Zeit aus dekorativen Gründen und vielleicht auch als Mahnmal im Sideboard stehen haben.

Inzwischen dachte ich, es wär an der Zeit, das zu ändern. Unter anderem, weil ich aktuell ziemlich gelangweilt bin, von dem, was man fotografisch im Web präsentiert bekommt, zum anderen, weil ich glaube, man sollte in seinen freien Arbeiten auch etwas tun, was man sonst nicht tut, gerade dann, wenn man mit der Fotografie sein Geld verdient. Und zu guter Letzt glaube ich, ist es immer noch von Vorteil, wenn man die Fotografie auf möglichst vielen Ebenen ergründet. Ich denke genau, das macht sie nämlich ausaus.

Beim letzten Bierabend mit Yves, wurde dann mal wieder viel über Fotos gequatscht und ich klaute ihm einen seiner 6×6 Schwarzweiß Filme. 10 YouTube Tutorials später schrieb ich Tina, weil ich weiß, dass Tina für ziemlich jeden Spaß zu haben ist und ihr fotografisches Interesse dem Analog-Ding niemals widerstehen kann. Wir verabredeten uns genau 4 Tage später zum oben beschrieben Parkhaus-Shoot.

Das Ganze wirkte mit Sicherheit ziemlich unbeholfen, ich bin viel zu klein, um diese Modelfrauen mit einer Kamera zu fotografieren, die zwei Linsen hat und in die man hinunter gucken muss. Aber, das ganze Geheule hilft ja nichts – am Ende muss Licht auf den Film. Also schön die Fuji auf den ISO-Wert des Films gestellt und mit der Blende eingemessen. Denn nein, ich habe nicht mal einen Belichtungsmesser. Es hat mehr oder weniger funktioniert, wie ihr seht. Kein Kontrast, keine Tiefe aber man sieht etwas und es wirkt scharf.

Beim Entwickeln kam mir dann Yves wieder zur Hilfe. Bei ihm wurde der Film schön händisch mit Entwickler, Fixierer und dem ganzen Geschüttel entwickelt und anschließend eingescannt. Am Ergebnis habe ich dann nur mit Photoshop noch etwas am Kontrast gearbeitet und den Rahmen zugeschnitten.

Irgendwas hat nicht ganz funktioniert, aber ich habe keinen Plan davon. Was ich aber weiß, ist, dass es mich nicht wirklich fett angefixt hat, nicht zu sehen, was man dort gerade tut. Aber mein Ehrgeiz ist geweckt, etwas Vorzeigbareres zu produzieren. Also bestellte ich gerade auf Empfehlung von Christoph 5 verschiedene Filme bei FotoImpex und werde weitere Versuche wagen! Vielleicht halte ich Euch auf dem Laufenden, vielleicht ist es aber auch zwecklos. Wer weiß das schon.Tina wollte natürlich auch mal auslösen und hat mal wieder ein unverschämt gutes Foto gemacht. Vielleicht sollte diese Frau mal jemand fördern – nicht nur vor der Kamera!  Danke Tine fürs Vertrauen, die Zeit und fürs Awesome sein.

6x6 Rollfilm Porträt von Tina von mir

7 KOMMENTARE

  1. Tja, ich mu´ß etwas schmunzeln. Und wieder einer der mit Film anfängt.

    Ergebnisse sehen soweit gut aus, weil was Du kennst funktioniert analog wie digital. Allermeist.

    Hab einfach Spaß damit.

    Etwas zum hellen Streifen. Ältere Rolleiflex? Es könne Lichteinfall in der Kamera sein.
    Entwickeln alles richtig gemacht. Mein erster? 1985. Jobodose.

    Gruß Dieter

    • Hej, Dieter, möchte nur drauf hinweisen, dass die Bilder und der Beitrag reposted ist und eigentlich aus 2015 stammt. Die Filme danach sahen viel besser aus, die Kamera ist also inordnung zum glück. Trotzdem danke für deinen kommentar 🙂

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Hej, ich bin Ben und ich arbeite als Fotograf, Markenberater und Veranstalter mit eigenem Studio in Köln. 2013 hatte ich einen der größten deutschen Fotoblogs. Inzwischen schreibe ich hier nur noch über die Themen, die meinen beruflichen Alltag beeinträchtigen oder bereichern.
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