Mein neues Spielzeug: Die Contax G2

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Ok, ein bisschen geschummelt ist die Überschrift schon. Irgendwann gegen Ende letzten Jahres holte ich mir nämlich schon meine geliebte Contax G2. Es gab verschiedene Auslöser dafür. Einer war, dass Menschen wie Marcus sehr von der Kamera schwärmten. Ein anderer war mein dunkles Loch, in dem ich mich nach der 6 monatigen Arbeit an meinem ersten Bildband befand, der endlich produziert war. Damals war damit auch meine Olympus Mju2 Zeit vorbei und ich begann schon lose über den Nachfolger des Buches nachzudenken.

Mir war ziemlich schnell klar, dass es wieder ein analoges Buch werden soll. Ein paar Ideen zum Konzept hatte ich auch schon. Da ich mich allerdings nur ungern wiederholen will, fing ich an über Alternativen nachzudenken. Und so stolperte ich dank wechselbaren Objektiven, schnellem Autofokus und einem der sexiesten Designs der Welt immer und immer wieder über die Contax G2. Nach einigen Wochen schlug ich dann auf eBay zu. Jetzt, einige viele Monate später habe ich es auch endlich mal geschafft ein paar der Filme entwickeln zu lassen und meine Arbeit mit der Kamera etwas zu forcieren. Ein guter Anlass also endlich auch mal ein paar Zeilen zu ihr zu schreiben.

Geschichte der Contax

Kyocera führte die Kamera 1996 ein, als ich gerade 6 Jahre alt wurde, und veröffentlichte damit den Nachfolger zur bereits seit 1994 bestehenden G1. 2005 stellte Kyocera die komplette Kameraproduktion dann ein. Trotzdem genoss die Kamera damals einen guten Ruf, weil sie den Bereich der hochwertigen Sucherkameras mit austauschbaren Objektiven wiederbelebte. Dieser Realbildsucher ist auch heute noch ein schönes Feature, weil er sich automatisch an die jeweiligen Objektivbrennweiten anpasst und die in der Messsuchertechnik bestehenden Parallaxenverschiebungen ausgleicht. Der daraus resultierende Einsatz eines Zoom-Objektivs ist für mich als Brennweiten-Fetischist natürlich absolut wumpe.

Viel wichtiger ist da schon die Autofokus-Messvorrichtung und der motorische Filmtransport. Und es ist tatsächlich beeindruckend wie schnell die Kamera fokussiert und wie harmonisch der TLA 200 Aufsteckblitz von Contax mit der Kamera funktioniert. Für meinen seit einiger Zeit bevorzugten Look und fotografischen Stil ein absoluter Jackpot. Denn so sehr ich diesen analogen Charme liebe, so wenig möchte ich in stundenlanger Fummelarbeit mich mit ihm auseinandersetzen.

Technische Daten der Contax G2

  • Verschluss: elektronisch, 16 s–1/6000 s (X: 1/200 s)
  • Selbstauslöser: ja, 10 s
  • Passiv/Aktiver Autofokus oder manuelle Scharfeinstellung über Fokussierrad auf Kameravorderseite
  • Belichtungsmessung: Zeitautomat, manuell, TTL-Blitzbelichtung; mittenbetonte Messung
  • Sucher: Realbild mit Sucherfenster entsprechend dem verwendeten Objektiv zwischen 28 und 90 mm
  • Filmtransport: motorisch, max. 4 Bilder/s
  • Gewicht: 560 g
  • Maße: 139 mm × 80 mm × 45 mm

Objektive für die G2

  • Hologon 16 mm; 1:8 (mit Aufstecksucher)
  • Biogon T* 21 mm; 1:2,8 (mit Aufstecksucher), 9 Linsen in 7 Gruppen
  • Biogon T* 28 mm; 1:2,8
  • Planar T* 35 mm; 1:2,0, 7 Linsen in 5 Gruppen
  • Planar T* 45 mm; 1:2,0
  • Sonnar T* 90 mm; 1:2,8
  • Vario-Sonnar T* 35–70 mm; 1:3,5–5,6; 13 Linsen in 8 Gruppen. 

Kosten für die Contax G2 (Ende 2017)

Ich habe tatsächlich mehr oder weniger Glück gehabt und konnte mir alles in relativ kurzer Zeit auf eBay zusammensuchen. Ein paar Auktionen hab ich verloren, aber schlussendlich doch alles bekommen, wonach ich gesucht habe. Angefangen vom Body zum Objektiv und schlussendlich auch den Aufsteckblitz.

  • Carl Zeiss Biogon 2.8 / 28mm 280,00 Euro
  • Contax G2 Body 520,00 Euro
  • Contax TLA 200 138,00 Euro

Anschaffungskosten in Summe: 939,00 Euro

Und damit ihr da draußen versteht, warum ich diese Kamera so sehr liebe, habe ich Euch hier noch ein paar erste Scans rausgesucht. Sie geben einen kleinen Vorgeschmack und zeigen ziemlich deutlich – für meinen Geschmack – warum diese Kamera jeden Cent wert ist und soo unfassbar viel Spaß macht. Gleichzeitig muss ich ernsthaft zugegeben, dass ich selten eine so  hohe Motivauswahl habe, wie mit der Contax. Fast jedes Bild auf einem Film (gerade geblitzt) empfinde ich als geil – was nicht annähernd an die Quote meiner Leica Q oder Canon rankommt. Weswegen ich einen Preis von 939,00 für eine gebrauchte Analogkamera wahrscheinlich auch gar nicht so überteuert finde, wie der ein oder andere von Euch es vielleicht tut.

Bevor die Frage vielleicht noch aufkommen sollte: Alles Ilford HP5 Schwarzweiß-Film von FotoImpex und im MeinFilmlab entwickelt und digitalisiert.

Es hat geklappt! Mein Contax G2 Buch ist fertig!

Tada! Es hat wirklich geklappt – so, wie ich es mir vorgenommen habe. Letztes Jahr im Dezember ist mit „Tage Danach“ mein zweiter Bildband erschienen. Komplett mit der Contax G2 auf Ilford Hp5 fotografiert. 250 Seiten Analogfotografien. Gerade der Blitz (TLA 200) hat mir einen Bärendiest erwiesen und fand in fast jedem der verwendeten und final für das Buch ausgesuchten Bildern seinen Einsatz. Das 90mm Objektiv, welches ich eigentlich extra für mehr Gestaltungsspielraum angeschafft hatte, und welches oben in der Liste noch fehlt, wie ich gerade entdecken musste, jedoch nicht. Zwar setzte ich es bei 2,3 Shootings mit Katharina auf der Contax G2 ein, am Ende sind aber nur eine handvoll Bilder mit dem 90mm im finalen Buch gelandet. Nichtsdestotrotz hat der Plan mit der Contax G2 für mich funktioniert. Es hat unfassbar viel Spaß gemacht mit der Kamera zu arbeiten und sie hat genau den „look & feel“ geliefert, den ich mir für den Ilford und „Tage Danach“ gewünscht habe. Ein bisschen mehr Kontrolle als mit der MJU 2 hatte ich auch. Rundum eine noch heute für mich sehr gute Entscheidung diese Kamera.

Und nein, ich verkaufe mein Contax G2 Setup jetzt nach Fertigstellung des Buches nicht. Für alle anderen Fragen rund um die Kamera gerne unten die Kommentare nutzen. Ich beantworte sie gerne, soweit ich helfen kann!

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Hej, ich bin Ben und ich arbeite als Fotograf, Markenberater und Veranstalter mit eigenem Studio in Köln. 2013 hatte ich einen der größten deutschen Fotoblogs. Inzwischen schreibe ich hier nur noch über die Themen, die meinen beruflichen Alltag beeinträchtigen oder bereichern.
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