Crowdfunding für Fotografen: 6 nützliche Tipps

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Crowdfunding für Fotografen 6 Tipps

Crowdfunding ist in aller Munde und viele Fotografen konnten von der Community bereits profitieren. Letztes Jahr konnte ich selbst mit einem Crowdfunding meinen ersten eigenen Bildband realisieren. Jetzt gebe ich mit Crowdfunding für Fotografen ein paar meiner persönlichen Erfahrungen an Euch weiter. In der Hoffnung, dass der ein oder andere von Euch auch seinen Traum vom ersten Bildband, dem eigenen Magazin oder der ersten Ausstellung näher kommt!

Warum ich gecrowdfunded habe, habe ich schon im Podcast mal erzählt. Einer der Hauptgründe war mein Thema, mit dem ich schlicht und einfach in keinem Verlag überzeugen konnte. Ich hatte ein paar Telefonate mit Verlagen, die mein Buch produziert hätten, wo ich die Produktionskosten hätte selber tragen müssen.  Außerdem wollte ich niemanden, der mir reinredet. Genau hier kam das Crowdfunding ins Spiel. Die nötigen  finanziellen Möglichkeiten hatte ich damals ohne Angriff auf die Rücklagen übrigens auch nicht. Was mit Sicherheit auch ein ausschlaggebender Punkt war.

Dabei ist die Grundidee von Crowdfunding immer dieselbe, egal, um welche Art von Projekt es sich handelt: Du als Starter versuchst andere Menschen von deiner Idee zu überzeugen. Immer in der Hoffnung, dass sie dein Projekt unterstützen oder genau so interessant finden. Für die Unterstützung bekommen sie gewisse Gegenleistungen, die Du frei erschaffen kannst. Das können Early-Bird Rabatte sein, limitierte Zusätze, Mengenrabatte, persönliche Widmungen und vieles mehr. Hier ist der eigenen Kreativität keine Grenze gesetzt.

Anders als oft in der Öffentlich wahrgenommen, geht es beim Crowdfunding nämlich nicht um das sammeln von Spenden, sondern ein auf Gegenleistungen basierendes System ähnlich von Vorbestellungen mit gewissen Zusatzleistungen.

Crowdfunding für Fotografen: Tipp 1 – Vorbereitung ist alles!

Wie immer gilt auch beim Crowdfunding: Es gibt im Leben nichts geschenkt. Wer Unterstützung sucht muss dafür Arbeiten. Unterstützt wird nur, wer eine Beziehung zu seinen Supportern aufbaut. Wer die Beziehung erst durch die Crowdfunding Kampagne aufbauen muss, hat ein großes Stück Arbeit vor sich. Was aber nicht unmöglich ist.

Gerade jetzt ist es von Vorteil, wenn bereits im Vorfeld über eine Fan-Gemeinde verfügt wird. Das sind zum Beispiel Fans oder Freunde Eurer Fotos auf Instagram und Facebook. Oder ein großer Freundes und Bekanntenkreis im echten Leben. Beides ist nützlich und muss während der Kampagne nur noch mit Infos versorgt werden.

Zwar werden über die jeweilige Plattform auch Fremde auf das eigene Projekt aufmerksam, jedoch kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass dies einen verschwindet geringen Teil des Gesamtvolumens ausmacht. Zwar sind diese Menschen durch ihre Affinität deutlich risikofreundlicher und investieren schneller, machen aber nur einen kleinen Teil der schlussendlichen Summe aus.

In meinem Fall habe ich es immerhin geschafft knapp 10% meiner Fundingsumme über Indiegogo selbst zu beziehen. Das sind Supporter, die entweder über den Indiegogo-Newsletter, die Indiegogo-Suche (merkt ihr was?) oder die von Indiegogo kuratierten „Sammlungen“ auf mein Buchprojekt aufmerksam geworden sind.

Die Vorbereitungszeit habe ich nicht nur fürs Texten verwendet, sondern auch für die Produktion von Grafiken, das Zusammenstellen von „Presse-Kits“ und Content-Ideen für die Folgenden 30 Tage. So konnte ich mich während der eigentlichen Crowdfunding-Kampagne ausschließlich um die Kommunikation kümmern und musste nicht mehr produzierend tätig sein.

Crowdfunding für Fotografen Vorbereitung

Crowdfunding für Fotografen: Tipp 2 – Fundraising kostet Zeit!

Ist die Kampagne erst einmal online, hört die Arbeit jedoch nicht auf. Auch wenn gerade in den ersten Tagen und Stunden ein großer Teil der Summe zusammenkommt, sollten die Supporter über den Kampagnenzeitraum auf dem Laufenden gehalten werden! Dies stärkt die Verbindung zwichen Euch und den Unterstützern und kann als Dankbarkeit interpretiert werden. Ist die Kampagne abgeschlossen geht es nahtlos weiter. Dann muss das Projekt abgewickelt werden, die Goodies und Dankeschöns produziert und organisiert werden. Die Produkte verpackt, adressiert und verschickt werden. Auch wenn der Druck hier vielleicht nachlässt, liegt bis zum Versand der letzten „Vorbestellung“ Arbeit vor.

Ich habe mir für die Kampagne damals einen Zeitraum im Jahr ausgesucht, der fotografisch sowieso ruhiger ist. Nämlich der Dezember. Am 1. Dezember habe ich mein Crowdfunding online gestellt und es nach der Indiegogo Frist von 30 Tagen am 31. Dezember enden lassen, bevor ich es noch einmal um 5 Tage verlängert habe. Was nicht nötig war, weil ich das Fundingziel schon erreicht hatte. Ich hatte diesen Schlusssprint von 5 Tagen aber bereits in der Vorbereitung in meine Kampagnen-Kommunikation eingeplant.

Crowdfunding für Fotografen 6 Tipps

Crowdfunding für Fotografen: Tipp 3 –Fundraising kostet Geld

Viele werden denken: Crowdfunding bringt in erster Linie Geld. Das stimmt nur bedingt. In erster Linie kostet Crowdfunding erst einmal Geld. Egal, ob es die Produktion von Text, Foto- oder Videomaterial ist. Wir Fotografen haben das Glück, dass wir vieles selber produzieren können und somit in erster Linie Zeit investieren.

Trotzdem habe auch ich bei der Planung vernachlässigt, dass es noch Nebenkosten gibt, die bei einer Produktion automatisch anfallen. Das können Versandkosten sein, die anfallen weil das Buch auf einmal schwerer wird. Das sind die Kosten für die Goodies, Verpackungsmaterial, Merchandise oder die Partys, die man für die Back (Supporter) schmeißt. Oder auch spontan anfallende Reisekosten, weil man doch einmal mehr in die Druckerei fahren muss. All diese Nebenkosten, die zwangsläufig mit anfallen, sollten auch in die Crowdfunding-Summe zu Anteilen berücksichtigt werden.

Nicht zu vergessen, dass es Crowdfunding-Geld nicht geschenkt wird, sondern sich das Finanzamt auch noch einen Teil der Kohle schnappt. Was sich mit der Verrechnung der Produktionsausgaben natürlich ein wenig neutralisiert, aber nicht vernachlässigt werden sollte.

Crowdfunding für Fotografen in der Druckerei

Crowdfunding für Fotografen: Tipp 4 –Fundraising braucht Werbung

Im ersten Augenblick ist „Werbung“ immer noch ein negativ belastet Wort. Was aber einzig und allein an Eurer persönlichen Einstellung liegt, weil ihr bei Werbung immer an etwas nerviges denkt. Euer Crowdfunding wird ohne Werbung für die Sache aber nicht funktionieren.

Trotzdem gibt es einen großen Unterschied: Ihr wollt etwas produzieren, was Euch am Herzen liegt und wichtig ist. Etwas, wo es um Euch und Eure Arbeit geht, was Euch im besten Fall etwas bedeutet. Sonst würdet ihr Euch diese ganze Arbeit ja gar nicht aufhalsen. Denn finanziell lohnen tut sich ein Crowdfunding, ein Buchprojekt oder ein Magazin in 99% der Fälle nicht.

Also löst Euch von dem Gedanken, dass ihr Leute mit Eurem Projekt nervt und seht es lieber als Chance, andere an Eurer Leidenschaft teilhaben zu lassen. Das wertvollste für einen Backer oder Supporter ist nämlich das Gefühl am Ende ein Produkt in der Hand zu halten, was einem selbst gefällt und was erst durch die eigene Hilfe realisiert werden konnte. Diesen zwischenmenschlichen und sehr psychologische Ansporn solltet ihr auf keinen Fall vergessen!

Tipp: Als Fotografen haben wir den großen Vorteil kreativ zu sein und gleichzeitg als Storyteller fungieren zu können. Nutzt dieses Potential indem ihr alles dokumentiert, was im Zusammenhang mit dem Projekt passiert. So habt ihr genug Content um die Crowdfunding-Kampagne mit einzigartigen Stories und immer neuem Material zu begleiten und gebt gleichzeitig den Supportern die Möglichkeit ganz nah bei der Entstehung dabei zu sein. 

Crowdfunding für Fotografen

Crowdfunding für Fotografen: Tipp 5 – Crowdfunding verpflichtet

Kommen wir zu dem Punkt, der Crowdfundings über Plattformen wie Indiegogo, Startnext oder Kickstarter oft erfolgreicher macht, als einfache Vorbestellungen über die eigene Website: Die Verantwortung: Mit dem Start einer Crowdfunding Kampagne und dem erreichen eins Fundingziels, beginnt auch die Verpflichtung seinen Supportern gegenüber, ein Produkt abzuliefern.

Und auf einmal sind Deadlines viel näher als gedacht und die Kohle, die gerade aufs Konto gewandert ist, schon wieder weg. Die routinierten Crowdfunding-Profis kennen Verzugszeiten von ein bis zwei Monaten. Auch sechs können mal vorkommen, sind aber nicht besonders hilfreich, wenn man nochmal auf die Hilfe der Supporter angewiesen sein sollte. Zum Beispiel weil ein Nachfolgerwerk realisiert werden soll.

Die ein oder andere Nachfrage zum finalen Produkt solltet ihr Euch also gefallen lassen ohne dabei nervös zu werden.

Crowdfunding für Fotografen die richtige Plattform

Crowdfunding für Fotografen: Tipp 6 – Die richtige Plattform

Den Glauben, dass es die richtige Plattform gibt, muss ich Euch direkt nehmen. Jede Plattform hat ihre Vor- und Nachteile. Jedes Pro und Contra Argument hat für jeden von Euch anderes Gewicht. Unsere rasante Digitalisierung bringt ständige Neuerungen auf den jeweiligen Plattformen mit sich, was es noch schwieriger macht, Euch eine Plattform zu empfehlen.

Ich für meinen Teil hatte mich damals für Indiegogo entschieden, weil Indiegogo zu dem Zeitpunkt noch PayPal unterstützte und ich davon ausging, dass mehr Menschen meiner Zielgruppe PayPal als eine Kreditkarte besitzen. Außerdem passten die Farben von Indiegogo besser zu meiner Key-Color und machten für mich die visuelle Kommunikation stimmiger. Außerdem hat man bei Indiegogo die einmalige Option die Laufzeit der eigenen Crowdfunding-Kampagne einmal auf bis zu maximal 60 Tage Gesamtlaufzeit zu verlängern. Das machte auch ich mir zunutze und verlängerte meine Kampagne nach Erfolg um weitere 5 Tage, was allerdings keinen großen Effekt erzielte.

So muss jeder von Euch nun selbst eine Entscheidung treffen. Aus meiner Erfahrung macht es allerdings Sinn, sich für eine der drei großen Plattformen zu entscheiden, da sie schon eine gewisse Glaubwürdigkeit bei Besuchern errungen haben und somit gleichzeitig auch Euer Projekt als glaubwürdiger und seriöser wahrgenommen wird. Den Einfluss der Plattform Größe hatte ich oben ja bereits kurz angekündigt.

Ich glaube weiterhin, dass diese persönliche Kreativprojekte – anders als technische Entwicklungen – keine große Menge an Fremden Supportern, die nicht aus dem eigenen Netzwerk kommen, ansprechen.

Die drei bekanntesten Plattformen für Crowdfundings sind Startnext, Indiegogo und Kickstarter.

Die 3 größten Crowdfunding Plattformen im Kurzvergleich
PlattformFinanzierungKosten
StartnextNur bei Erfolgab 1% (wählbar) plus 4% Zahlungskosten
IndiegogoFlexibel / Nur bei Erfolg wählbar5% bei Erreichen des Ziels, sonst 9%. Plus Kreditkartengebühr (3-5%).
KickstarterNur bei Erfolg5% der Summe plus Zahlungsgebühr (3-5%)

Crowdfunding für Fotografen: Bonus – Erfolgsbeispiele

Zum Abschluss habe ich hier noch ein paar Erfolgsbeispiele von Kollegen zusammengetragen, die auch mir geholfen haben mein Crowdfunding aufzubereiten. Warum nicht aus den Fehlern und Erfolgen anderer lernen.? Spart schließlich Zeit und Zeit ist wertvoll!

Zusammenfassend waren das die aus meinen Augen wichtigsten Tipps, die ich Euch aus persönlicher Erfahrung zum Crowdfunding geben kann. Wahrscheinlich werde ich diesen Artikel in der Zukunft hin- und wieder erweitern, wenn mir noch etwas einfällt. Bis dahin könnt ihr auf jeden Fall gerne die Kommentar-Funktion hier unter dem Beitrag nutzen, um spezifische Fragen zu stellen. Ich werde sie möglichst genau und ehrlich beantworten.

So können hoffentlich noch mehr Fotografen davon profitieren. Ich für meinen Teil bin jedenfalls großer Crowdfunding-Fan geworden und denke immer noch gerne an die intensive Zeit zurück. Außerdem würde ich mir wünschen, dass noch viel mehr Projekte ihre Realisation finden, wenn sie sich auf den Crowdfunding-Plattformen trauen und supportet werden.

Traut Euch, probiert es aus! Ihr seid nicht allein!

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Hej, ich bin Ben und ich arbeite als Fotograf, Markenberater und Veranstalter mit eigenem Studio in Köln. 2013 hatte ich einen der größten deutschen Fotoblogs. Inzwischen schreibe ich hier nur noch über die Themen, die meinen beruflichen Alltag beeinträchtigen oder bereichern.
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