beingontheroad – Tag 10 – Tossa de Mar

Als Ben gegen 9 Uhr seine Augen öffnete, wurde er instant von einem kleinen Franzosen mit sarkastischem Unterton angeschrien „Est-ce que vous avez bien dormi?“ Ben verstand natürlich mal wieder absolut nichts und Jannis sprang als Dolmetscher ein. Es stellte sich heraus, dass in der Nacht wohl die beiden Motoren des Bootes gestohlen worden waren. Da wir nichts gesehen hatten außer Sterne und Sand (zugegeben: wir waren auch ziemlich voll) konnten wir nicht weiterhelfen. Wir entschieden uns endlich eine Sanitäranlage zu suchen um richtig zu Duschen und folgten dann Pascals Rat zum Plage de Beauduc

Dort sollte es kaum Menschen geben, dafür Delphine und Haie. Nach einer Stunde Fahrt durch Schlaglöcher, erreichten wir einen von Kite-Surfern besiedelten und mit 5 cm großen Sardellen überbevölkerten Strand.  Falscher Abschnitt?

Wir entschieden uns heute endlich wieder ein paar Kilometer zu machen und nach Spanien weiterzureisen. Nach einigen vielen Kilometern kamen wir in Sête in einen dicken Stau, wodurch wir Hunger bekamen und in Cap d’Agde etwas Essen wollten und aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit auch einen Schlafplatz suchten. Der ortsansässige Lunapark (Kirmes) wimmelte von Assis und unser Auto kam uns auf dem Parkplatz, welcher nach Pisse stank und einen einem Assitreff glich, auch nicht sicher vor. Also ekeligen Döner mit kalten Pommes verdrückt und gegen 23 Uhr entschieden regelrecht aus dem „Krisengebiet“ zu fliehen.

Jannis war schon so angewidert, dass er die Motivation entwickelte ins knapp 500 Kilometer entfernte Tossa de Mar zu fahren. Mit mir als schlafenden Beifahrer zog er das Vorhaben auch durch und um 3 Uhr nachts erreichten wir letztendlich die spanische Stadt. Da Jannis bereits letztes Jahr in Tossa urlaubte, kannte er eine Strandstraße und wir schliefen im strömenden Regen bis 11:30 Uhr. Nach einem Supermarkt-Baguette-Frühstück zeigte Jannis mir die schönsten Ecken der Stadt (Altstadt, Leuchtturm). Als das Wetter von Regen zu bewölkt wechselte, fragten wir in einer Beachbar nach Strom, luden die Elektrik auf und chillten derweil am Strand. Als Dankeschön für den Strom aßen wir noch 2 Tiefkühlpizzen und tranken je zwei Bier.

Nachdem wir die Elektronik im Auto verstauten, packten wir Decken und Schlafsäcke ein um es uns am Strand mit vier großen Pullen Desperados bequem zu machen.

Dort beeindruckten uns zwei Spanierinnen mit ihren Turnübungen und wir kamen ins Gespräch. Nachdem sowohl unser, als auch ihr Alkohol verdunstet war, holte ich unseren Plastikwein und Apfelschnaps. Damit war es uns einige Zeit später möglich zwei Straßen-/Strandmusiker aus Barcelona anzulocken. Diese spielten eigene Akkustiksongs und Coversongs (u.A. Folsome Prison Blues). Am Strand kauften wir einer Gruppe Ananas-Bonbons ab und lutschten das ein oder andere Bonbon. Gegen 1 Uhr nachts trafen dann auch drei Freunde von Emma und Mar (die Turnergirls) ein und verließen uns kurze Zeit später. Daraufhin suchten wir unseren Schlafplatz hinter den Felsen auf (knapp 2 Meter oberhalb von zwei anderen Mädels, die wir aufgrund der 20%igen Neigung des Hangs auch fast in derselben Nacht noch rüberrollten). Von Mücken geplagt gingen wir um 6 Uhr an den Kiesstrand und wachten später zwischen Badegästen in unseren Schlafsäcken auf. Zuvor hatte der morgendliche Traktorrundgang zur Strandsäuberung uns schon das ein oder andere Mal geweckt und in andere Ecken des Strands getrieben.

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