Fahrer- und Beifahrertüren des T3 mit AluButyl entdröhnen

T3 Türen Entdröhnen

Minimalismus und eine spartanische Ausstattung. Das ist, was viele am T3 lieben. Ich auch. Gerade die Bundeswehr oder Postbus Ausführungen kommen ohne viel Schnickschnack aus. So verzichtete man zum Beispiel auch bei den meisten dieser Ausführungen auf Dämmung oder Entdröhnung der Karosserie. Dank des großen Fahrgastraums wird jeder T3 damit schnell zu einem wunderschön lautem Klangkörper. Der innenliegende Motor, Wind und Fahrgeräusche setzen das ohnehin dünne Blech dann schnell in Schwingungen, die für eine zusätzliche Geräuschentwicklung sorgen. Gerade auf längeren Autofahrten entwickelt sich der Geräuschpegel zu einem mal mehr und mal weniger nervigen Beigeschmack.

Aus diesem Grund gehört die Entdröhnung zu einem der ersten eigenen Arbeitsschritte am T3. Als erstes habe ich mich den Vordertüren gewidmet. Dank unzähliger Videos und Erklärungen im Internet ist die Arbeit relativ einfach vorzubereiten. Für die beiden Türen habe ich mich entschlossen auf Dämmmaterial zu verzichten und lediglich AluButyl zur Entdröhnung zu verwenden. In erster Linie, weil die Bullitüren nie so richtig dicht sind. Regenwasser läuft an den Scheiben in die Tür und durch die Ablauflöcher wieder unten raus. Dämmaterial wie Armaflex nimmt Feuchtigkeit auf und kann mit der Zeit schimmeln oder die Rostbildung fördern. Anders als AluButyl, über das Wasser problemlos ablaufen kann. Aus diesem Grund habe ich also in den beiden Türen auf Armaflex verzichtet.

Benötigtes Werkzeug

Schraubenzieher (Kreuz und Schlitz)
Plastik Rakel (oder Andrückrolle)

Benötigtes Material

AluButyl (Amazon-Link)
Fensterfolie (selbstklebend)
Reiniger (fettlöslich)

Seitenverkleidungen abnehmen

Um die Türen zu entdröhnen, muss jeweils der Türgriff, die Fensterkurbel, der Türöffner und das Lüftungsgitter abgenommen werden. Das geht in Summe über 8 Schrauben. Danach kann die Verkleidung vorsichtig rausgedrückt werden. Dafür greift man am besten am Lüftungsloch hinter die Verkleidung und fängt langsam an die Innenverkleidungsclips rauszudrücken. Dafür braucht es ein bisschen Druck und etwas Gefühl. In meinem Fall konnte ich alles ohne Beschädigungen an beiden Seiten abnehmen. Im Notfall gibt’s die Innenverkleidungsclips aus Plastik aber auch für ein paar Euro auf eBay und Co nachzukaufen. In meinem Fall sind sie in der Holzträgerplatte hinter dem Kunstleder verklebt und somit nicht von außen zu sehen.

An diesen Stellen sitzen Schrauben, die ihr lösen müsst, um die Teile abzunehmen und danach die seitenverkleidung lösen zu können. (EIN KLICK AUFS BILD MACHT DIE GRAFIK GRoß

Ist die Seitenverkleidung abgenommen, bekommt Ihr einen Blick auf das Innenleben der Tür. An der Beifahrertür ist jetzt auch auf Anhieb zu erkennen, dass es sich nicht mehr um die Originaltür des T3 Bundeswehr Bullis von 1984 handelt. Das hatte mir der Vorbesitzer aber ehrlicherweise auch mitgeteilt.

Die blanke T3 Beifahrertür mit (noch) heruntergelassener Scheibe.

Nach der ordentlichen Reinigung mit Reinigungsmittel (bestenfalls mit Alkoholanteil, dann verdunstet es schneller) und Schwamm kann der Zuschnitt des AluButyl beginnen. Da nur wenige Flächen in der Tür mit den Händen einfach zu erreichen sind, empfiehlt sich ein großzügiger Zuschnitt. Ein Plastikrakel hilft die Stellen zu erreichen, für die die Hände zu groß sind. In meinem Fall habe ich das AluButyl nach Augenmaß zugeschnitten und vor allem auf die größten Flächen geklebt. Ist das Alubutyl drauf, kann die erneuerte Türfolie angebracht werden.

Schon ohne die Verkleidung hat das großflächige AluButyl die Lautstärke der schließenden Tür um ca. 5-8 db abgesenkt. Ich habe dabei von außen gemessen. Der gefühlte Effekt der Entdröhnung ist noch größer, weil die Tür nicht mehr so scheppert, sondern viel dumpfer zuschlägt. Deswegen wirkt es auf Anhieb deutlich angenehmer, obwohl die gemessenen 5-8 db eigentlich keinen riesigen Unterschied suggestieren.

Türfolien erneuern

Die nun freigelegten Türen zeigten in meinem Fall auch, dass bei der nachgerüsteten Beifahrertür die Türfolie komplett fehlt. In der Fahrertür wurde mit Gaffa und der Originalfolie gearbeitet, die sich an einigen Stellen abgelöst hatte. Oft ist diese auch beschädigt oder gerissen. Hier kam in meinem Fall die selbstklebende Fensterfolie zum Einsatz. Einfach auflegen, abzeichnen und einkleben. Falls sie nicht richtig hält, kann auch etwas Gaffa helfen. Wenn Ihr aber vorher die Klebereste der alten Folien ordentlich entfernt (Reiniger & Schwamm), funktioniert die Fensterfolie alleine ganz gut.

Wie Es nach der Entdröhnung aussehen kann.

Danach können die Türverkleidungen und Kurbel, Lüftungsgitter, Türöffner und Türgriff wieder befestigt werden. Das ganze geht dank der wenigen Schrauben und der Verkleidungsclips sehr zügig! Hier lohnt es sich übrigens auch die Verkleidung einmal zu säubern – schließlich ist sie gerade sowieso ausgebaut. Auf der Rückseite des Trägermaterials lassen sich von Fall zu Fall auch schnell Stockflecken entdecken, die auf Feuchtigkeit hinweisen. In meinem Fall sahen die aber gut aus. Was aber auch daran liegen kann, dass mein Vorbesitzer vor einiger Zeit die Verkleidungen hat erneuern lassen und mit schwarzem Kunstleder überzogen hat.

Zeitaufwand für die Entdröhnung der Türen

Da ich mir vorher schon einige Videos angeschaut hatte und wir zu zweit waren, gingen die Arbeitsschritte ziemlich zügig. Auch mit größeren Pausen ist die Arbeit mit Sicherheit in einer guten Stunde zu machen. Auch die Ankündigung von anderen Schraubern, dass die Türen ein bisschen nervig sind, aufgrund des schlechten Zugriffs, kann ich nur bedingt teilen. Ich hatte es mir deutlich schlimmer vorgestellt.

Nützliche Videos zum Thema Volkswagen T3 Türen entdröhnen

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