Sonos One: ein neuer Anlauf

Sonos One Lautsprecher

Technische Entwicklungen zeigen mir immer wieder schonungslos auf, dass ich älter werde. Die Sonos One ist ein gutes Beispiel. Vor vielen Jahren zur Hochzeit meines alten Blogs, habe ich die ersten Anläufe von Sonos mit der Play:1 verfolgt und ausprobiert.

Schon damals war Sonos das deutlich bessere System im Vergleich zu den Versuchen von Samsung und Teufel. Irgendwie lief die App besser, die Einrichtung funktionierte schneller, die Geräte sahen schöner aus und das WiFi war stabiler. Trotzdem war die App damals potthässlich. Die Desktop-App war unabdingbar und fügte sich gar nicht in die Designsprache des Mac OS ein. Ein Spotify-Premium Account war von Nöten und musste über die Sonos App und den eigenen Sonos Account verknüpft werden. Etwas, was mir damals noch zu umständlich war. Das war auch der Grund, weswegen ich mir nie eine Sonos Play:1 und die nötige Bridge kaufte. Größtes Manko war für mich damals die nicht mögliche Ausgabe des Rechner-Sounds ohne Trickserei und Umwege. Es blieb also weiter bei Bluetooth Lautsprechern oder klassischen AUX-Klinke-Anlage-Kombinationen.

Jetzt, einige Jahre später, hat Sonos ordentlich nachgelegt und ich hatte das Gefühl es ist an der Zeit dem System eine neue Chance zu geben. Es wurde Zeit für die Sonos One.

Sonos One Wifi Lautsprecher

Schön, schöner, Sonos One

Auch wenn die Herkunft der im Oktober 2017 erschienenen WiFi-Box nicht zu verleugnen ist, hat sie in Sachen Minimalismus und Design noch einmal etwas mehr Geschmack bewiesen. Die damals schon sehr schöne Vorgängerbox Sonos Play:1 sieht dagegen fast wie ein Relikt aus. Dabei sind Form und Farbvarianten immer noch identisch.

Die Sonos App als Controller

Auch die Sonos App ist endlich schick geworden. Sie fügt sich auf allen Geräten nahtlos ein. Egal ob Android, iOS oder die Desktop-App für Mac OS. Es macht endlich Spaß mit ihr zu arbeiten. Dabei ist sie eigentlich gar nicht mehr nötig.

Sonos One mit Spotify auf Android

Lediglich zur Einrichtung ist die App wirklich von Nöten, ohne sie bekommt ihr die Box nicht ins WLAN. Dafür ist auch ein Account bei Sonos selbst zwingend erforderlich. Schade, aber spätestens zur Registrierung der eigenen Box und für die passenden Firmware Updates ganz nützlich.

Über den Sonos Account können dann auch direkt mehrere Spotify-Accounts hinterlegt werden, falls es in der Wohnung mehrere Hörer gibt, die die Sonos Box(en) über eigene Accounts ansteuern wollen. Auch mehr als praktisch, wenn der Familiensegen nicht aus den Fugen geraten soll.

Eine deutlich verbesserte App

Endlich ist aber für die Steuerung selbst die App nicht mehr nötig. So erkennt Spotify die angemeldete Sonos One als Audioausgabe-Gerät und Ihr könnt direkt bei Spotify die gewünschte Musik starten und als Ausgabe-Quelle eine Eurer Sonosboxen wählen.

So macht nun in meinen Augen auch eine WiFi-Box wie die Sonos One Sinn.

Sonos App Controller für Mac OS

Zusatzfunktionen über den Sonos Controller

Weitere Gimmicks wie der Schlaftimer, eine Weckfunktion oder Kindersicherungen bringt die Sonos Controller App direkt mit. Funktionen, die das gesamte System noch reifer machen und nach nur kurzer Zeit nicht mehr wegzudenken sind. Dass die App nichts kostet versteht sich von selbst bei einem Preis für die One von über 200,00 €.

Auch die etwas ältere Sonos Play:1 schlägt immer noch mit 170 Euro zu Buche. Kein Schnäppchen, aber ein fairer Preis für ein sehr durchdachtes und gut funktionierendes System.

Die neue Spracherkennung 

Größter Unterschied ist übrigens die Spracherkennung, die mit der Sonos One Einzug erhalten hat. So können Alexa und Google Assistent direkt über die Box angesteuert werden und entweder Musik, Streamingdienste oder den Fernseher steuern, wenn er beispielsweise über eine Sonos Beam angeschlossen ist. Dies ist jedoch ein Feature, was für mich keine Rolle spielt. Lediglich das schönere Design war für mich tatsächlich der Grund zur One zu greifen. Oberflächlichkeit gibt es auch in der digitalen Welt.

Die manuellen Steuerungselemente an der Sonos One

Die ehemaligen Knöpfe der Play:1 wurden jetzt durch eine berührungsempfindliche Oberfläche auf der Sonos One ersetzt. Sie lässt das Gehäuse noch schlichter wirken. Darauf finden sich die wichtigsten Steuerungselemente wieder, wie lauter/leiser, play/pause und Co. Wirklich brauchen wird man die allerdings wohl nur selten. Zu schnell hat man sich an den Griff zum Smartphone gewöhnt. Praktisches Extra: Die Statusleuchte auf der Oberseite, die über den Betrieb der Sonos informiert, lässt sich per App auch dauerhaft ausschalten. 

Sonos One Bedienoberfläche

So klingt die Sonos One

Kommen wir zu dem wohl eigentlichen Auswahlkriterium einer Box. Der Audioqualität. Also für andere Menschen, für mich scheinbar nicht, sonst würde dieser Punkt wohl nicht erst jetzt kommen.

Als Vorwarnung: Auch als Musikliebhaber halte ich die Qualität der im Mac Book 2017 integrierten Lautsprecher für den Alltag für absolut ausreichend. Soweit also zu meinem musikalischen Gehör.

Wenn man jedoch beabsichtigt im ganzen Raum Musik zu hören, sehe ich ein, dass die Lautsprecher des Laptops nicht mehr ausreichen. Nach schon wenigen Stunden Probehören kann ich schon folgendes sagen: 

Die Musik aus der Sonos One ist laut. Ab 80% Lautstärke, die ich eigentlich sowieso nie erreiche, klingt die Box schnell übersteuert. Wenn sie auf dem Boden steht, reicht der Bass auf einem Holzfußboden für den ganzen Raum. Und die Nachbarn. Besser klingt sie erhöht. Auf Sideboards, Schränken oder anderen Möbeln. Zum Hören von Podcasts habe ich die Bässe sehr stark herausgedreht. Da ich sehr viele Podcasts höre, sind auch nur wenig Bässe wiedergekommen. Diese Einstellungen lassen sich für jede Box übrigens auch bequem per App einstellen. Nur (!) per App.

Mein persönliches Fazit zur Sonos One

All die Kinderkrankheiten, die mich damals von der Umstellung auf ein Sonos System abgehalten haben, scheint das Unternehmen in den letzten Jahren konsequent ausgemerzt zu haben. Auch, wenn sie damals schon das beste und unkomplizierteste WiFi-Boxen-System präsentierten, ist es für meinen Geschmack jetzt erst wirklich für den alltäglichen Gebrauch geeignet und nicht mehr nur Smart-Home Spielerei für Hobby-Nerds.

Für mich somit inzwischen eine uneingeschränkte Kaufempfehlung, die zwar nicht ganz preiswert ist, dafür aber wunderbar funktioniert und sich dank des geschlossenen Sonos Systems auch über Jahre Stück für Stück erweitern lässt.

Ich für meinen Teil liebäugle gerade mit der Sonos Beam als Erweiterung für den Fernseher im Präsentationsmodus. Aber dazu vielleicht irgendwann dann nochmal mehr.

Sonos One
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