#036 – auf ein Kölsch mit Patrick

In Dellbrück bin ich mit Patrick auf ein Kölsch verabredet. Die Sonne meint es gut mit uns, als ich ihn in der Wohnung seiner Mutter treffe und wir unsere Reissdorf-Flaschen direkt auf dem Balkon des dritten Stocks öffnen. Der wohnliche Blick auf die Hinterhäuser ist eine gelungene Abwechslung zum meist sehr Auto dominierten Ausblick der Kölner Kneipen. Der Grund, warum ich Patrick in der Bude seiner Mutter treffe, ist einfach: Er hat keinen festen Wohnsitz mehr, seinen letzten in Bergisch Gladbach hat er gerade aufgegeben. Jetzt lebt er überwiegend bei Freunden, wenn er nicht gerade durch die Weltgeschichte reist. Eine Unstetigkeit, die vielleicht auch auf Afghanistan zurückzuführen ist. Nachdem er T1 gemustert wurde und seine Verweigerung abgelehnt worden war, wurde Patrick nämlich sofort nach Afghanistan einberufen. Eine Reise, auf die er sich nicht lange mental vorbereiten konnte. Während damals eine Welt für ihn zusammengebrochen war, sieht er heute vieles anders. Afghanistan und die Erfahrungen, die er dort gemacht hat, haben ihn seiner Meinung nach zu dem gemacht, was er heute ist. Knapp ein Jahr blieb er dort und patrouillierte als Sondereinheit der Luftwaffe mit dem Kampfmittelräumdienst. Erzählen kann er also genug von Rohrbomben oder verletzten Kameraden. Vielleicht einer der Gründe, warum der Alltag ihm heute oft zu eng und konsumbezogen erscheint. Vielleicht ist genau das auch der Grund, warum er gerade seine Fahrradreise durch Europa vorbereitet und von einem Leben als Aussteiger und Selbstversorger in einem italienischen Bauernhof träumt. Beim Betreten von Räumen und Kneipen erst einmal die Menschen, Fluchtwege und Räumlichkeiten zu checken, konnte er sich bis heute noch nicht wieder abgewöhnen.

Köln war dabei immer eine Art Rückzugsort, an den er zurückkam, um seine Freunde zu treffen. Durch die Nacht zu ziehen und mit ihnen zu trinken. Nicht selten endeten seine Nächte hier in den frühen Morgenstunden. Etwas, was er an Köln liebt und was ihn für immer mit dieser Stadt verbindet. Nicht nur weil seine Mutter hier wohnt.


Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Erstes eigenes offizielles Kölsch mit 12 vom Papa

Deine Lieblingskölsch Sorte heißt?
SestersKölsch

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
In einem auf 4 Grad gestelltem Kühlschrank

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Nach dem man irgendetwas geschafft gemacht oder getan hat. Auch wenn es Schuhe zubinden ist

Flasche oder Glas?
Glas

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Freunde und Geselligkeit

Deine schönste Kölscherinnerung?
Die schönsten Kölscherinnerungen sind verbunden mit Sommertagen und Parks, mit Freunden und einem Grill der auf Hochtouren fertiges Fleisch produziert

Kölsch: Reissdorf Kölsch 0,33
Wo: Wohnung von Patricks Mutter

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